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Finkenberg
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Der Finkenberg im Bonner Stadtteil Limperich
Einleitung
Der Finkenberg
weist einen sehr interessanten Werdegang auf, zu dem Basaltabbau-Aktivitäten
zählen, gefolgt von der Nutzung der Steinbrüche als Müllkippe bis hin zur
erfolgreichen Durchführung von Umweltprojekten. Der Bürgerverein Limperich wurde
für seine Rekultivierung historischer Weinbergterrassen in diesem Gebiet
Preisträger des Umweltpreises 2006 der Deutschen Post World Net und der Stadt
Bonn. Zur bewegten Geschichte des Gebiets zählt auch, dass Napoleon 1811 den
Finkenberg besuchte, um hier die strategische Entscheidung über die Lage einer
Festung für Bonn zu fällen – er hielt den Ort jedoch als nicht geeignet für
militärische Anlagen...
Neben seiner
spannenden Geschichte liegt ein Grund zur Hervorhebung des Finkenberges in dem
glücklichen Umstand, dass zur Sammlung des Mineralogischen Museums zahlreiche
Belegstücke aus diesem Basaltvorkommen gehören. Sogar Saphir wurde am Finkenberg
gefunden.

Zur Geologie
Im geologischen
Zusammenhang gesehen, gehört das Basaltvorkommen am Finkenberg zum nördlichen
Ausläufer des Siebengebirges. Laut Untersuchungen von Schürmann (1912) und
Frechen (1942) ist das Basaltmagma in z.T. umgelagerten Trachyttuff eingedrungen
und wurde von tertiären Tonen überdeckt. Anhand der Stellung der Basaltsäulen
rekonstruierten die beiden Geowissenschafter eine flach gewölbte Basaltkuppe im
südlichsten Teil des Berges mit einem nach Nordwesten ausgerichteten Lagergang.
Der Lagergang soll später entlang einer Störungszone abgesunken sein (siehe
Abbildung aus Frechen, 1942).
Das Alter des (Alkali)-Basalts
vom Finkenberg beträgt laut Todt & Lippolt (1980) 27,5 Millionen Jahre
(Kalium-Argon Methode). Andere Vulkanite des Siebengebirges weisen jüngere Alter
auf. Der Finkenberg kennzeichnet somit den Beginn der Förderung von Basalten im
Siebengebirge.
Basalt und Basaltabbau am Finkenberg
Der Basalt am
Finkenberg enthält die Minerale Plagioklas, Olivin, Klinopyroxen (Augit) und
Magnetit. Neben dem Basalt treten am Finkenberg weitere Gesteine auf, die man
auch heute noch dort findet: Sog. Xenolithe im Basalt zeugen davon, dass die
basaltische Lava Gesteine aus dem Untergrund mitgerissen hat. Xenolithe mit
einer meist grünlichen Farbe bestehen überwiegend aus Olivin und Pyroxen und
sind aus dem Erdmantel mit-geschleppte Peridotite.
Da das Vorkommen am
Finkenberg von Rissen und Sprüngen durchsetzt ist, wurde mit dem Abbau des
Basalts um 1830 relativ spät begonnen. Der Abbau bewirkte, dass der - laut
Vermessung durch von Dechen im Jahr 1861- ursprünglich 115 m hohe Berg um über
20 Meter abgetragen wurde.

Mantelxenolithe, die das Basaltmagma aus dem Erdmantel
an die Eroberfläche transportiert hat.
Werdegang nach Beendigung des Basaltabbaus
Nach Beendigung der
Steinbruchtätigkeiten um 1952 blieb eine zerklüftete Landschaft zurück, die als
„wilde“ Müllkippe benutzt und zwischen 1969 und 1973 planmäßig mit Müll verfüllt
wurde. Von dem negativen Werdegang ist heute nichts mehr zu sehen – im
Gegenteil: Ein noch erhaltener Steinbruch wird bald wieder von Bewuchs und
beschattenden Bäumen frei gelegt, so dass sich der Besucher auch heute noch
einen Eindruck vom Basaltabbau verschaffen kann. Nicht nur das: Das gesamte
Landschaftsgebiet um den Finkenberg lädt zum Spazieren gehen und zu anderen
Freizeitaktivitäten ein. Hiervon zeugen zwei Anglerparadiese in ehemaligen, mit
Grundwasser gefüllten Steinbrüchen, ein Sportplatz und die Rekultivierung
historischer Weinbergterrassen durch den Bürgerverein Limperich. Der Weinbau
soll laut urkundlicher Erwähnung bis in das Jahr 922 zurückgehen. 1992 wurden
drei der Terrassenmauern wieder hergestellt.
Bürgerverein Limperich e.V.: Karl
Wengenroth Königswinterer Str. 176 53227 Bonn Tel. 0228 . 46 15 04