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Neuanfang im Wingert am Finkenberg
Bürgerverein Limperich hat mit der Pflege des alten Weinbergs begonnen -
Mitstreiter gesucht
LIMPERICH. Maximilian Breuer hat am Finkenberg Spuren hinterlassen. Der kauzige Gastwirt (früher Gaststätte "Zum Maximilian") mischte auf vielen Feldern mit. Er gründete die Liküra-Ehrengarde, er gilt als der Vater der Karnevals-Republiken Limperich, Küdinghoven und Ramersdorf, nannte sich deshalb nicht ganz unbescheiden "Staatspräsident" und schlug auch schon mal in der Kommunalpolitik mit der Faust auf den Tisch.
Was aber etwas in Vergessenheit geraten ist: Der "Max" bewirtschaftete auf dem Finkenberg auch den "nördlichsten Weinberg der Welt". Ob seine eigene Einschätzung mit dem nördlichsten Rebengarten den Tatsachen entspricht, sei dahingestellt. Auf jeden Fall verstand es der aus dem Vorgebirge zugereiste Wahl-Limpericher, dem edlen Tröpfchen vom Finkenberg Respekt zu verschaffen. Vor genau 50 Jahren brachte der Hobbywinzer die letzte Ernte ein. Wie immer verstand er es, das Ereignis mit der Familie und mit Nachbarn und Freunden gebührend zu feiern. Seither sind die Weinberge zwischen Weinbergweg und Finkenbergstraße verwaist. Wo einst Müller Thurgau und Riesling reiften, wird das Landschaftsbild jetzt von Wildwuchs, Strauchwerk und meterhohem Unkraut geprägt. Erhalten geblieben sind jedenfalls die für Weinberge typischen Trockenmauern.
Überraschend zeichnet sich jetzt eine neue Zukunft für den im Dornröschenschlaf liegenden Weinberg ab. Der Bürgerverein Limperich hat den kühnen Plan gefasst, das Gelände wieder freizulegen und die Voraussetzungen für einen Neubeginn zu schaffen. Karl Wengenroth, der neue Vorsitzende des Bürgervereins, findet für seine Idee lebhafte Resonanz. Und was noch viel wichtiger ist, auch Mitstreiter, die die Ärmel hochkrempeln und in den vergangenen Wochen kräftig Hand angelegt haben, um das ursprüngliche Areal freizulegen und so die Voraussetzungen für einen Neuanfang zu schaffen. Das mit noch viel Arbeitsaufwand verbundene Projekt wird von Franz Deiters betreut. Der Bürgerverein als Initiator hofft auch auf die Unterstützung durch die Stadt (ihr gehört das Areal), durch weitere freiwillige Arbeitskräfte und durch Förderer und Sponsoren. Dem Vorsitzenden des Bürgervereins schwebt vor, den künftigen Weinberg auf ökologischer Grundlage anzulegen und zu betreiben. Wengenroth, der auch dem Umweltausschuss des Stadtrates angehört, lud deshalb zu einer Exkursion ein, die zum historischen Weinberg "Niederdollendorfer Heisterberg" am Jugendhof Rheinland führte. Vor Ort informierte er über nachhaltige Weiterbewirtschaftung eines Weinbergs unter Berücksichtigung der kulturlandschaftlichen, historischen und ökologischen Besonderheiten des Standorts. Weitere Informationen gab es in den neuen Weinbergsanlagen von Oberdollendorf.
Wenn der Zeitpunkt der ersten Weinlese auch noch in den Sternen steht, so machen sich doch schon einige Zeitgenossen Gedanken über einen zugkräftigen Namen für den "Finkenberger" in spe.
Bürgerverein Limperich e.V.: Jürgen Weber-Kölln Küdinghovener Str. 138 53227 Bonn Tel. 0228 . 4299 099