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Spätburgunder Regent, pilzresistent
Limpericher Bürgerverein feiert ersten Rebstock auf dem Weinberg. Im Frühjahr weitere Pflanzung
(von Hagen Haas im General Anzeiger am 13. Oktober 2004)

Kölsch vom Fass gab´s zwar auch, aber das wollte auf dem Tanzplatz kaum jemand trinken. Wein wurde eindeutig bevorzugt. Und das aus gutem Grund: Der Bürgerverein (BV) Limperich feierte bei schönster Herbstsonne gleich aus mehreren Gründen: Erstens holte der Gastwirt Maximilian Breuer vor 50 Jahren die letzte Weinernte auf dem Finkenberg ein; zweitens wurde auf dem Tanzplatz die Beueler Fahne gehisst.
Georg Fenninger pflanzte in einer seiner letzten Amtshandlungen als Beueler Bezirksvorsteher unter "Bravo"-Rufen der Festbesucher den ersten neuen Rebstock an die Mauer unterhalb des Tanzplatzes. Ein Jahr alt, von der Ahr importiert, Sorte "Spätburgunder Regent", pilzresistent. Im nächsten Frühjahr sollen auf der obersten Terrasse des Finkenbergs weitere Reben angepflanzt werden, drei Jahre später könnte dann die erste Lese stattfinden. Damit dürfte auch die Frage eines Bürgers an den BV-Vorsitzenden Karl Wengenroth beantwortet sein, wann denn die erste Weinkönigin gekrönt werden kann.
Wie berichtet, hatte der BV im Juni damit begonnen, den zugewucherten ehemaligen Limpericher Weinberg freizuschneiden und zu säubern. In Zusammen-arbeit mit der Biologischen Station Bonn soll der Hang rekultiviert und ein ökologischer Weinbau betrieben werden. Das bedeutet eine nachhaltige Bewirt-schaftung mit natürlichem Dünger wie Pferde- und Kuhmist und ein Verzicht auf Fungizide und Pestizide. Nichtkommerzieller Weinbau auf Vereinsbasis, wie Wengenroth betont.
Die Bereitschaft der Bürger ist da: "Wir haben so viele Anfragen von Leuten, die das finanziell unterstützen wollen, dass wir den ganzen Hang zupflanzen könnten", so der BV-Vorsitzende. An einem passenden Modell werde in den kommenden Wintermonaten "gestrickt". Wengenroth schwebt beispielsweise ein Weinbau auf "Aktienbasis" vor.
Die Wiedergeburt des Finkenbergs als Weinberg wird auch noch andere Facetten haben. So ist ein Sichtkontakt vom Tanzplatz zur Limpericher Burg angedacht, de Übergang soll eine Streuobstwiese schaffen. "Wir wollen die historische Weinberg-Flora und -Fauna wiederbeleben", erklärte Wengenroth.
Und dabei ist jeder willkommen, der mitmachen möchte. "Es geht nicht um Schwerstarbeit, sondern vor allem um Spaß und Gemeinschaftssinn:"
Übrigens wird dem Breuer-Wein aus den 50er Jahren ein trockener, um nicht zu sagen, sehr trockener Geschmack nachgesagt. Dazu Wengenroth: "Das war kein schlechter Wein, er hatte nur schlechte Voraussetzungen und dadurch nicht die Qualität, die er hätte haben können." Ursache: Der Rauch und der Staub aus den Schornsteinen der damaligen Zementfabrik, der sich wie ein Filter auf die Blätter und Weintrauben legte.

 

 

 

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