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Wird auf dem Finkenberg in Limperich wieder Wein angebaut?
 Durch Patenschaft des Bürgervereins soll Tradition belebt werden
(im General Anzeiger vom 20. Mai 1976)
 

-zr- Die Patenschaft über einen noch zu pflanzenden Weinberg am Finkenberg will. wie bereits berichtet, der Bürgerverein Limperich übernehmen. Dieses Vorhaben nimmt nun konkrete Formen an. Am Donnerstag, 20, Mal, wird der Bürgervereins Vorstand auf dem Finkenberg mit dem städtischen Gartenbau-direktor Hansjörg Hunkler eine Ortsbegehung durchführen. Über das Besichtigungsergebnis soll anschließend im Winzerhof "Maximilian" weiterberaten werden. 

Mit dem neuen "Wingert" am Finkenberg könnte der Bürgerverein eine mehr als tausend Jahre alte Tradition fortsetzen, und der Berg, auf dessen Kuppe einst Napoleon stand, würde mit dem Weinberg um eine Attraktion reicher werden,

Bereits Im Jahre 922 besaß das "Kloster der 11 000 Jungfrauen" aus Köln in „Lintberge“ einen Weinberg. Am 17, Januar 996 bestätigte Kaiser Otto I, dem Marienstift zu Aachen die von dem Grafen Immo eingetauschten Besitzungen zu Limberg im Auelgau. Leo von Limberg besaß hier im 13. Jahrhundert Haus und Hof, einen Morgen Weingarten, zwei Morgen Ackerland, und, wie Maaßen in der Geschichte des Decanates Königswinter im vorigen Jahrhundert berichtete, „einen Antheil am Wunschwald und zwei Antheile am Westerholz, beiläufig eine halbe Hufe im Ganzen."

Die Pfarrdotation der Küdinghovener St.Gallus-Pfarre wurde nach einer Vereinbarung des Stiftes Villch mit dem Rektor der Kirche durch den Kölner Offizial am 25. Mai 1372 wie folgt festgelegt: „Volquinus von Lomer, Rector der Kirche in ,Kudichoven' soll erhalten und genießen im Namen der genannten Kirche, und seine Nachfolger sollen erhalten und genießen jedes Jahr zu ewigen Zeiten. . . eine Ohm Wein von einem Morgen Weingarten gelegen in Limperich am Grindel, zu liefern um das Fest des h. Martinus,"

Über die Qualität des Finkenberg-Weines läßt der Chronist im vergangenen Jahrhundert keinen Zweifel Er berichtete im ausgehenden vorigen Jahrhundert: „Das gesamte Areal der Pfarrstelle umfasst 44 Morgen 60 Ruthen darunter 28 Morgen, 55 Ruthen Ackerland bei Villich-Geislar, 9 Morgen Wiesen bei Pützchen, 3 Morgen Busch, 3 Viertel Morgen Weingarten, meistens von geringer Qualität,"

In der Schrift "Flurnamen und Eigentumsverhältnisse von Beuel" hat Beigeordneter i. R, Johannes Bücher in mühevoller Kleinarbeit zahlreiche Fakten aus der Vergangenheit zusammengetragen. Nach seiner Aufstellung gab es in der damaligen Flur 24. Limperich, eine Gemarkung "Auf dem Feldweingarten" mit 43 Parzellen. Nach dem Kataster von 1824 handelt es sich um Weingärten, die sich In der Ebene von Limperich bis Beuel erstreckt haben. Um diese Zelt ermittelte Johannes Bücher unter anderem 550 588 qm Weingärten, darunter 125 072 gute, 306 964 mittlere und 118 552 qm schlechte Weingärten.

Eine weitere Schrift von Johannes Bücher: "Leben und Sterben In der Pfarrei Küdinghoven im 18. und 19. Jahrhundert" gibt Auskunft über die einzelnen Berufe. Hier werden in der Statistik der bis 1809 Geborenen unter anderem acht Winzer sowie acht Acker- und Weinbauern genannt. Bei der ersten großen Bevölkerungs- und Berufserhebung in Preußen am 7. Dezember 1867 gab es Im Kirchspiel Küdinghoven 71 männliche und 25 weibliche Acker- und Weinbauern.

 

Bürgerverein Limperich e.V.: Jürgen Weber-Kölln Küdinghovener Str. 138  53227 Bonn  Tel. 0228 . 4299 099