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                                                       Drittes Weinfest auf dem Finkenberg

Bürgerverein Limperich freute sich über Rekordbesuch bei traumhaftem Wetter (von T. Koukoullis im Schaufenster Bonn am 26.9.2007)

 "Ich glaube unser Weinfest ist das einzige in der Region, das direkt im Weinberg stattfindet", freute sich Bürgervereinsvorsitzender Karl Wengenroth angesichts des großen Besucherandrangs auf der Aussichtsterrasse oben auf dem Finkenberg. Schon am frühen Samstag Nachmittag waren bei traumhaftem Wetter hunderte von Limpericher Bürgern der Einladung des Bürgervereins zum dritten Weinfest gefolgt und schon bald herrschte an den vollbesetzten Tischen und Bänken Geselligkeit und allerbeste Stimmung.

Gerade mal 20 Liter Wein kelterten die Mitglieder des Bürgervereins im vergangenen Jahr nach der Weinlese auf dem eigenen Weinberg und da war es mehr als verständlich, dass sie diesen liebevoll selbst hergestellten Tropfen lieber alleine probieren wollten. Dennoch litt keiner der Besucher Durst, hatten sich doch die Limpericher bei ihrem Winzer in Oberdollendorf reichlich mit Rebensaft eingedeckt. Dazu kamen die Gäste in den Genuss weiterer regionaler Produkte wie Zwiebelkuchen, Schmalzbroten oder leckeren Trauben. 

Falkner Franz-Josef Becker aus Geislar sorgte mit seinen Greifvögeln für spannende Unterhaltung. Der Falkner erklärte den vielen neugierigen Besuchern, dass der Finkenberg auch ein Jagdgebiet ist und beschrieb, wie die Jagd mit Hilfe der Greifvögel funktioniert. Unter anderem konnten Groß und Klein einen Habicht, einen Turmfalken, eine Schneeeule und einen Mäusebussard aus nächster Nähe bestaunen.

Bei Führungen über die Weinbergterrassen konnten sich die Besucher außerdem bei den Mitgliedern des Bürgervereins genau über die Rekultivierung des mehr als 1.000 Jahre alten Weinbergs in Limperich informieren.

 

                             Foto T. Koukoullis

 

Der Regent hat Premiere am Finkenberg

Bürgerverein Limperich liest zum ersten mal seinen rein biologischen Ökowein, der anschließend im Weingut Blöser gekeltert wird.
Die letzte Weinlese liegt mehr als 50 Jahre zurück (von Ayla Jacob im General-Anzeiger vom 22./23.9.2007)

Strahlender Sonnenschein , von Minute zu Minute wird es wärmer. Sieben Männer arbeiten sich mit Scheren und Eimern vorwärts. Denn auf dem Finkenberg wird eifrig gelesen. Allerdings nicht in Büchern oder Zeitungen - in diesem Jahr findet am Weinberg endlich die lang ersehnte Premiere statt: Zum ersten Mal lesen die Mitglieder des Limpericher Bürgervereins  (BV) ihren rein biologischen Ökowein - die rote Rebe Regent, "eine besonders pilzresistente Sorte, die ohne Pestizide kultiviert wird", so Karl Wengenroth, Vorsitzender des BV.

Mehr als 50 Jahre ist es her, dass die letzte Weinlese am Finkenberg stattgefunden hat, erzählt Wengenroth. An diese Zeit erinnert ein 60 bis 70 Jahre alter Weinstock, der mitten auf dem Weinberg steht. Vor mehr als 30 Jahren dann sollte das Gelände am Weinbergweg verkauft werden - als Bauland. "Dagegen haben wir uns gewehrt", so Wengenroth. Mit Erfolg. Die Stadt kaufte den Berg zurück, der Teil des Landschaftsplanes Ennert wurde. "Danach kam uns die Idee, den Weinberg zu rekultivieren." Vor vier Jahren krempelten die Limpericher schließlich zum ersten Mal am Finkenberg die Ärmel hoch. 2003 stand zuerst die Rodung des Geländes auf dem Programm. Als die Bürger mit vereinten Kräften das Gestrüpp entfernt, die Terrassen und die Mauerreste wiederhergestellt und die flächen anbaufähig gemacht hatten, wurde die erste Rebe gepflanzt. Heute sind es schon 500. Allerdings kommen nur Vereinsmitglieder, und diejenigen, die einen Weinberg-Anteilsschein besitzen,, in den Genuss des Limperich Tropfens. Verkauft wird der heimische Rotwein nämlich nicht.

Doch das ist nicht der Hauptgrund für das bürgerschaftliche Engagement der Limpericher. "Es ging uns nicht nur darum, Wein anzubauen, sondern vor allem um die Wiederherstellung der historischen Weinbergterrassen aus ökologischer Sicht", sagt Wengenroth. Denn der Finkenberg sei mitlerweile die Heimat vieler verdrängter Arten der "Wärme liebenden Flora und Fauna", erzählt Wengenroth. So hat sich zum Beispiel die Mauereidechse in Limperich angesiedelt.

Nicht nur der ökologische, auch der historische Wert des Gebietes spielt eine Rolle für das ehrenamtliche Engagement der Bürger. Denn am Finkenberg schaut man auf eine lange Weinbau-Tradition zurück - die erste urkundliche Erwähnung ist im Jahr 922. "Das Gebiet ist eine Kulturlandschaft gewesen", so Wengenroth. Dem BV habe am Herzen gelegen, die Besonderheiten dieser Landschaft wie den Basaltabbau und eben den Weinberg deutlich zu machen und erlebbar zu erhalten. "Das alles ist das Gesamtprojekt Finkenberg", so Wengenroth. "Es ist ein Vorzeigeprojekt."

Und das ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. 2006 bekamen die Bürger für ihr Engagement den Umweltpreis von Stadt und Deutscher Post AG, im vergangenen Jahr besichtigten Vertreter der Umwelthilfe Radolfzell den rekultivierten Weinberg. Und im Mai dieses Jahres schaute Eckhard Uhlenberg in Limperich vorbei. Der NRW-Umweltminister war voll des Lobes für die Arbeit der Vereinsmitglieder, die sich jeden Donnerstag am Finkenberg treffen und die anfallenden Arbeiten erledigen.

So auch gestern. Nach und nach leeren die Weinreben, und die Eimer werden voller. Genau wie das Fass, das schon in Wengenroths Wagen bereit steht. Darin werden die Trauben dann zum Weingut Blöser transportiert. Denn die Hobby-Winzer können nach jahrelanger Übung zwar fast alles, was ihren Weinberg betrifft. Nur keltern können sie (noch) nicht.

 

"Finkenberger" kann noch nicht angeboten werden

Limpericher Bürgerverein lädt zum dritten Weinfest ein (von Katrin Ahmerkamp im General-Anzeiger vom 24.9.2007)

Das gelbe Sonnensegel leuchtet dem Besucher schon von weitem entgegen. Bereits kurz nach Beginn des Weinfestes ist auf den Bänken im Schatten darunter kein Plätzchen mehr frei. "Rekordbeteiligung" meldet Karl Wengenroth, Vorsitzender des Limpericher Bürgervereins (BV), der zum dritten Weinfest auf den Finkenberg eingeladen hat. Bei Kaiserwetter trafen sich die Limpericher am Samstagnachmittag auf der obersten Terrasse ihres Wingerts, plauschten miteinander und genossen herrliche Leckereien wie Trauben, Zwiebelkuchen oder Schmalzbrote. Nicht zu vergessen das Gläschen Wein (oder auch mal ein Bier), der allerdings noch nicht vom Finkenberg stammt. Denn dort fand gerade erst, wie berichtet, die Lese statt, und der Öko-Tropfen muss noch gekeltert werden.

"Wir bieten hier nur regionale Produkt an", betonte der Bürgervereinsvorsitzende, der nicht verstehen kann, warum Verbraucher zu Weinen aus Chile oder Südafrika greifen, "wo wir doch in Deutschland selber so gute Tropfen haben".

Dass der Finkenberg auch ein Jagdgebiet ist, wurde den Gästen bei einem Besuch von Franz-Josef Becker deutlich. Der Falkner aus Geislar zeigte gemeinsam mit Rosemarie Neier und Karl-Heinz Könen unterhalb der Aussichtsterrasse seine Tiere, unter anderem eine Waldohreule, ein Habicht, ein Mäusebussard und ein Turmfalke. Geduldig beantwortete der Falkner die Fragen der Besucher zur Lebensweise der Tiere und zur Jagd mit Greifvögeln. So selten sei sein ungewöhnliches Hobby gar nicht, klärte Becker auf. Rund 2000 organisierte Falkner gebe es in Deutschland.

Wer sich außerdem über den aktuellen Stand des viel gelobten Bürgerverein-Projektes, die Rekultivierung des über 1000-jährigen Weinbergs, informieren wollte, hatte bei einer Führung über die Weinbergterrassen die Gelegenheit dazu. Und so zog Wengenroth nach einem herrlichen Altweibersommertag eine rundherum zufrieden Bilanz: "Wir haben viele neue Mitglieder für den Bürgerverein gewinnen können und viele auswärtige Besucher sind gekommen. Für so einen lokalen Verein ist das ein große Erfolg."

 

 

Fotos vom Weinberg finden Sie auf unserer Seite hier und auch auf dieser Seite hier

 

[Besucherzähler]

Bürgerverein Limperich e.V.: Jürgen Weber-Kölln Küdinghovener Str. 138  53227 Bonn  Tel. 0228 . 4299 099